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Gender Mainstreaming Konzept

Die nachfolgenden Inhalte wurden erarbeitet durch die Entwicklungspartnerschaft "Bessere Ausbildungs- und Arbeitsplatzchancen für hörgeschädigte Jugendliche" im Rahmen des Workshops "Gender Mainstreaming - EQUAL" in Essen am 09.06.2005.

Voraussetzung
Eine Identifizierung von geschlechterabhängigen Benachteiligungen durch Verhalten, Sprache und Wahrnehmung ist Voraussetzung, um über Bewusstmachung und Verhaltensänderung geschlechtsspezifische Benachteiligungen abzubauen.


Zielsetzung
Diese Entwicklungspartnerschaft erklärt ausdrücklich die Beachtung der Gender Mainstreaming Grundsätze zu ihren Zielen.

Sie will die Unterschiede zwischen den Geschlechtern akzeptieren und Nutzen bringend in die Zusammenarbeit integrieren und die berufliche Entwicklung aller Beteiligten ohne Ansehen des Geschlechts fördern. Dabei sollen bestehende Unterschiede zwischen den Geschlechtern nicht gleichgemacht werden, sondern konstruktiv in die anstehende Projektarbeit integriert werden.

Sie strebt damit an, Chancengleichheit von Männern und Frauen auf allen Ebenen des Projektes zu erreichen und sicherzustellen.


Umsetzung der Workshopergebnisse

Voraussetzung ist die Sensibilisierung aller beteiligten Akteure innerhalb dieser Entwicklungspartnerschaft bezogen auf das Thema Gender Mainstreaming. Im Rahmen des Workshops wurde den Teilnehmern dazu verdeutlicht, welche geschlechtsspezifischen Stereotype bei der Wahrnehmung von anderen Menschen wirken.

Diese beeinflussen uns in unserer Wahrnehmung des eigenen und des anderen Geschlechts und bedingen unser Handeln. Häufig haben diese Stereotype eine abwertende Konnotation, womit sie jeder offenen, vorurteilsfreien Wahrnehmung und Zusammenarbeit von vorneherein die Grundlage entziehen.

Über die kritische Reflektion zu unserem Denken in "Schubladen" wird die Chance gegeben, mit der Bewusstmachung auch die notwendige Distanz und Objektivität zu erreichen und die Kollegin oder den Kollegen aufgrund seiner Leistungen und Fähigkeiten zu beurteilen und weitaus weniger aufgrund seiner Geschlechtszugehörigkeit als es bisher der Fall war.

Spannend war für die Teilnehmer zu erfahren, dass nicht selten abwertende Stereotype nicht nur benachteiligend gegenüber Frauen wirken, wenn Männer beurteilen, sondern auch im umgekehrten Fall, auch wenn dieser rein statistisch betrachtet leider immer noch mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit auftritt.

Die Workshopteilnehmer werden die Erkenntnisse und Vereinbarungen des Workshops zur Grundlage ihrer weiteren Aktivitäten im Rahmen ihrer Teilprojekte machen. Die Zielsetzung und die vereinbarte Vorgehensweise werden von ihnen in die Teilprojekte getragen. Damit übernehmen die Workshopteilnehmer eine Multiplikatorenrolle und verpflichten sich, die Thematik mit der gebotenen Neutralität in die einzelnen Teilprojekte zu tragen.

Die Beachtung der genannten Zielsetzung führt zur kritischen Betrachtung der Situation von Männern und Frauen innerhalb dieser Entwicklungspartnerschaft bzw. ihrer Teilprojekte.

Unter Berücksichtigung der Zielsetzung des Gender Mainstreaming Gedankens leitet sich daraus die Fragestellung ab, ob in der Realität Disparitäten bestehen und wie diesen im Rahmen des Projektes entgegengewirkt werden können und wie die Unterschiede wertschätzend genutzt werden können.

Umsetzungsebenen

Die Umsetzung der genannten Ziele erfolgt im Rahmen dieser EP auf drei Ebenen:
1.Ebene der EP (Wie ist das Verhältnis der Akteure untereinander und das Verhalten zueinander? Welche Funktionen haben die Frauen und in welcher Weise werden sie an Entscheidungsprozessen beteiligt? Gibt es eine geschlechterspezifische Verteilung von Ressourcen wie Geld, Arbeitsmittel, Zeit?)
2.Ebene der beteiligten Firmen (Wer sind die Entscheider bzw. Entscheiderinnen für die Besetzung eines Ausbildungs- oder Arbeitsplatzes? Wie erreicht man bei diesen die notwendige Sensibilisierung für o.a. Wirkmechanismen? Haben diese eine geschlechtsspezifische Wahrnehmung von Hörschädigung? Gibt es Mehrfachvorbehalte ("Gehörlos und Mädchen") bei den Entscheidern, die eine zukünftige Beschäftigung verhindern?)
3.Ebene der Jugendlichen (Wie gehen Jungen bzw. Mädchen mit Hörschädigung um? Wie gehen hörgeschädigte Jungen bzw. Mädchen auf Personalentscheider zu? Besteht bei Mädchen genau das gleiche Interesse, sich im Rahmen des Projektes an der Gestaltung der Internetplattform zu beteiligen? Haben diese real auch den gleichen Zugang zum Internet wie die Jungen?)


Die Entwicklungspartnerschaft ist bestrebt, bestehende geschlechtsspezifische Barrieren auf allen genannten Ebenen abzubauen und damit die Chancengleichheit von Männern und Frauen zu fördern. Sie hat damit einen Nutzen stiftenden internen Veränderungsprozess ins Rollen gebracht, der über geänderte Wahrnehmung und darauf aufbauende Verhaltensänderung hilft, geschlechtsspezifische Benachteiligungen zu identifizieren und abzubauen.

Die Beachtung dieser Grundsätze ist für alle Akteure dieser Entwicklungspartnerschaft verbindlich.

Vereinbart, Essen, 09.06.2005

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