| Mein Ausbildungsweg |
Gesamtschule in Maribor/Slowenien
Gehörlosenschule
|
|
| Was waren die größten Barrieren in der Schule / im Unterricht? |
Die Gebärdensprache war verboten und das Lippenablesen war auf Dauer sehr anstrengend – ich konnte nur ungefähr 30 % verstehen.
|
|
| Womit warst du zufrieden? |
Nur mit Mathematik – das war leicht zu begreifen. Außerdem noch Turnen und Logopädie…ein wenig auch Chemie und Physik.
|
|
Mein Weg ins Berufsleben ...
Was waren oder sind deine Berufswünsche? |
|
|
Mein aktueller Beruf / mein Arbeitsalltag ...
Entspricht dein jetziger Beruf deinen Berufswünschen? |
|
|
| Wie bist du zu Informationen über deinen jetzigen Beruf gekommen? Wer hat dich bei deiner Berufswahl unterstützt (z.B. Eltern, Freunde, Berufsberatung, Arbeitsassistenz)? |
|
|
| Wie hast du dich für den Beruf beworben? Wie sind die Bewerbungsgespräche verlaufen? |
|
|
| Wie lange arbeitest du bereits in deinem Beruf? |
|
|
| Wie schaut dein Arbeitsalltag aus - was machst du in deinem Beruf? |
|
|
| Welche Fähigkeiten braucht man in deinem Beruf (z.B. kreativ sein, Computerkenntnisse etc.) |
|
|
Situation und Kommunikation am Arbeitsplatz ...
Hast du Kollegen und Kolleginnen, die gehörlos oder schwerhörig sind?
|
Wenn die Hörenden schnell sprechen, dann verstehe ich sie nicht, aber wenn sie sich Zeit nehmen und langsam sprechen, kann ich sie gut verstehen… wenn die Kommunikation so gar nicht funktioniert, kommen Papier und Stift ins Spiel.
Nein. |
|
Wie funktioniert – nach deinem Gefühl - die Zusammenarbeit mit deinen hörenden Kollegen und Kolleginnen?
Können deine hörenden Kollegen und Kolleginnen die Gebärdensprache? |
Die Zusammenarbeit mit den Hörenden funktioniert leider nicht so gut.
Es wird auf meine Gehörlosigkeit keine Rücksicht genommen. Die Hörenden reden viel und ich muss oft nachfragen, was gerade gesagt wurde.
Ja, sie beherrschen schon ein wenig die Gebärdensprache, aber sie haben wenig Zeit um neue Gebärden bzw. die Gebärdensprache richtig zu lernen, da die Arbeit zuviel Raum einnimmt.
Ich finde das sehr schade, denn wenn die Hörenden gebärden könnten wäre die Kommunikation um einiges leichter.
|
|
| Mit welchen Barrieren bist du konfrontiert (wo hast du Probleme)? |
Der Chef oder die Chefin tun sich manchmal schwer mir die für die Arbeit wichtigen Informationen mitzuteilen, da sie sich unwohl fühlen, wenn sie für mich als Gehörlose, langsam sprechen sollen.
|
|
| Welche Unterstützung brauchst du an deinem Arbeitsplatz / Ausbidlungsplatz? (z.B. Blitzlichtanlage, DolmetscherInnen)? Bekommst du diese Unterstützung auch? |
Bisher habe ich noch nicht nachgefragt, ob es möglich wäre für mich als Gehörlose.
Mir fehlen diesbezüglich einfach die Erfahrungen - ich hatte erst einmal eine gebärdensprachkompetente Person von der Arbeitsassistenz als Dolmetscherin.
Früher habe ich nicht einmal gewusst, was alles für Gehörlose an Unterstützung möglich ist.
|
|
Ausblicke / Zukunftspläne ... Welche beruflichen Pläne hast du für die Zukunft? (Weiterbildungen, Aufstiegsmöglichkeiten etc.)
|
Ich habe eben eine Weiterbildung - den Lehrgang "Zeichen gehören gesetzt" abgeschlossen, der mir inhaltlich sehr gut gefallen hat: Fachkunde, der Deutschkurs, Allgemeinbildung, EDV, Gebärdensprache (ÖGS), Praktikum… (Ganz besonders: Romeo S. und Werner M. Sozialarbeit, Christine Z. Coaching, Gravogl-Rotes Kreuz, Gesundheit ) Erste-Hilfe-Urkunde, Singen in GS, Divesity Management…dadurch haben sich für mich ganz neue Möglichkeiten aufgetan.
Jetzt ist es mein Ziel Diplompädagogin für Gehörlose (Schwerpunkt: Visuelle und alternative Kommunikation) zu werden.
Anm. der Redaktion: Nada besucht zur Zeit die Schule für visuelle und alternative Kommunikation - VIS.COM in Linz und absolviert eine 3 jährige Ausbildung zur diplomierten Pädagogin. |
|
| Meine Tipps für Jugendliche, die in diesem Berufsbereich arbeiten wollen. |
Jugendliche sollten ihren Schulabschluss machen (Hauptschule) und Praktika absolvieren in den Berufsbereichen die sie interessieren, denn dadurch fällt die Entscheidung leichter.
Dann sollten sie die gewählte Ausbildung absolvieren.
Gehörlose Jugendliche können die gleichen Ausbildungen erfolgreich absolvieren wie Hörende! |
|
| Die Österreichische Gebärdensprache wurde 2005 gesetzlich anerkannt. Welche Auswirkungen glaubst du, hat die Anerkennung für dein persönliches Berufsleben? |
Ich hoffe, dass es dadurch für Gehörlose bald bessere Ausbildungsmöglichkeiten geben wird z.B. Arzt, LehrerIn, PädagogIn, MasseurIn……
Es werden auch mehr DolmetscherInnen gebraucht. |
|